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21. August 2020Roland SRE-555 Reparatur: Brummen, defekte Elkos und Federhall-Probleme
Roland SRE-555 Reparatur
Werkstattbericht
Roland SRE-555 Reparatur: Brummen, defekte Elkos und Federhall-Probleme
Bei dieser Roland SRE-555 Reparatur gab es gleich mehrere Fehler zu beheben. Das Chorus Echo arbeitete nicht zuverlässig, der Federhall verursachte deutliches Brummen und im Gerät fanden sich zahlreiche gealterte Matsushita-Elektrolytkondensatoren. Bei einigen dieser Elkos waren bereits sichtbare Korrosionsspuren an der Abdichtung und an den Anschlussbeinchen vorhanden. Zusätzlich gab es Probleme im Bereich des Federhalls, korrodierte Kontakte, defekte Operationsverstärker und weitere altersbedingte Schäden.
Roland SRE-555 mit mehreren Fehlern
Das Roland SRE-555 Chorus Echo ist eine Kombination aus Bandecho, Chorus und Federhall. Bei einem Gerät dieses Alters können entsprechend viele unterschiedliche Baugruppen für Fehler verantwortlich sein.
Bei diesem Exemplar funktionierten mehrere Bereiche nicht korrekt. Neben fehlendem beziehungsweise fehlerhaftem Audiosignal fiel insbesondere ein starkes Brummen im Zusammenhang mit dem Federhall auf.
Deshalb begann die Reparatur zunächst mit einer systematischen Überprüfung der Stromversorgung, der Audiostufen und des Reverb-Tanks.
Defekte Matsushita-Elkos im Roland SRE-555
Im Gerät waren noch zahlreiche ältere Matsushita-Elektrolytkondensatoren verbaut. Bei mehreren dieser Kondensatoren waren bereits deutliche Alterungsspuren zu erkennen.

Besonders auffällig waren grünliche Korrosionsspuren unmittelbar im Bereich der Gehäuseabdichtung. Solche Veränderungen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Kondensator nicht mehr in einwandfreiem Zustand ist.

Auch an den Anschlussbeinchen war die Korrosion deutlich sichtbar. Die betroffenen Elektrolytkondensatoren wurden deshalb ersetzt und die betreffenden Bereiche der Platinen kontrolliert und gereinigt.
Sichtbare Korrosion an einem Elektrolytkondensator ist nicht nur ein optisches Problem. Austretendes Elektrolyt beziehungsweise daraus entstehende Korrosionsprodukte können langfristig auch Anschlussdrähte, Leiterbahnen und umliegende Bauteile beschädigen.
Brummen im Federhall
Ein weiterer Fehler betraf den Federhall des Roland SRE-555. Das Reverb-Signal war von einem deutlichen Brummen begleitet. Zunächst lag deshalb die Vermutung nahe, dass sich die Ursache im Inneren des Reverb-Tanks befinden könnte.

Der Tank wurde geöffnet und die interne Verdrahtung sowie die Wandler und Anschlüsse überprüft. Dabei zeigte sich jedoch schnell, dass die eigentliche Ursache nicht im Inneren des Federhalls lag.
Das Masseproblem befand sich außen am Reverb-Tank. Unter den Cinchkontakten hatte sich Korrosion gebildet, wodurch keine zuverlässige Masseverbindung mehr vorhanden war.
Nach dem Entfernen der Korrosion und dem Wiederherstellen einer sauberen elektrischen Verbindung war das Brummen beseitigt.
Weitere Fehler im Chorus Echo
Neben den defekten Elektrolytkondensatoren und dem Masseproblem am Federhall gab es weitere Fehler, die während der Reparatur gefunden wurden.
Unter anderem waren Operationsverstärker in der Audioschaltung defekt. Außerdem musste eine beschädigte Klinkenbuchse ersetzt beziehungsweise instandgesetzt werden.
Auch an der LED-Platine waren Schäden vorhanden. Die entsprechenden Stellen wurden überprüft und repariert, damit die Anzeige wieder zuverlässig funktionierte.
Fehlender Schutzleiteranschluss
Bei der Überprüfung des Geräts fiel außerdem auf, dass die Schutzleiterverbindung nicht ordnungsgemäß ausgeführt war.
Gerade bei einem netzbetriebenen Metallgehäuse ist eine zuverlässige Schutzleiterverbindung sicherheitsrelevant. Der Anschluss wurde deshalb fachgerecht wiederhergestellt und anschließend überprüft.
Arbeiten an netzspannungsführenden Geräten gehören ausschließlich in fachkundige Hände. Fehlerhafte Schutzleiterverbindungen können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.
Reinigung und Wartung des Roland SRE-555
Nachdem die elektrischen Fehler behoben waren, wurde das Gerät gründlich gereinigt und gewartet.
Dazu gehörten sowohl die Bedienelemente als auch der Bandlauf. Gerade bei einem Bandecho ist ein sauberer Bandtransport entscheidend für einen zuverlässigen Betrieb und eine gleichmäßige Echo-Wiedergabe.
Die Tonköpfe wurden gereinigt und anschließend entmagnetisiert. Auch die Bandführung und die mechanischen Komponenten wurden kontrolliert.
Neues Tape-Loop und Kalibrierung
Zum Abschluss erhielt das Roland SRE-555 ein neues Tape-Loop. Danach wurden Bandlauf und Elektronik überprüft und das Gerät entsprechend kalibriert.
Nach der Reparatur arbeiteten Bandecho, Chorus und Federhall wieder zuverlässig. Das störende Brummen war verschwunden und das SRE-555 konnte wieder vollständig genutzt werden.
Fazit zur Roland SRE-555 Reparatur
Bei diesem Roland SRE-555 war nicht nur ein einzelnes Bauteil für die Probleme verantwortlich. Gealterte und teilweise bereits korrodierte Elektrolytkondensatoren, ein Masseproblem am Federhall, defekte Operationsverstärker und weitere altersbedingte Fehler kamen zusammen.
Besonders das Brummen des Federhalls zeigt, wie wichtig eine genaue Fehlersuche ist. Zunächst deutete vieles auf einen Fehler im Inneren des Reverb-Tanks hin. Tatsächlich verursachte jedoch Korrosion unter den außenliegenden Cinchkontakten die schlechte Masseverbindung.
Nach Reparatur, Reinigung, neuem Tape-Loop und abschließender Kalibrierung war das Roland SRE-555 wieder einsatzbereit.
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