
PPG Wave 2.2 Reparatur – MIDI-Nachrüstung und Tastaturrevision
26. August 2026Octave CAT Reparatur – behutsame Revision eines Synthesizer-Klassikers
Octave The Cat Reparatur Service
Werkstattbericht
Octave CAT Reparatur: Tastaturkontakte, Fader und Netzteil überarbeitet
Dieser Octave CAT gehört einem Stammkunden und Sammler alter Synthesizer-Schätze. Der Auftrag war entsprechend klar formuliert: Das Instrument sollte wieder zuverlässig funktionieren und technisch aufgefrischt werden, dabei aber möglichst nah am Originalzustand bleiben.
Revision mit möglichst viel Originalsubstanz
Gerade bei einem Synthesizer dieses Alters ist das ein Ansatz, den ich gerne verfolge. Nicht jedes alte Bauteil muss automatisch ersetzt werden. Wo eine sorgfältige Reinigung und Aufarbeitung ausreicht, lässt sich so möglichst viel der ursprünglichen Substanz erhalten.

Beim ersten Test zeigten sich vor allem die üblichen Alterserscheinungen: Die Tastaturkontakte arbeiteten nicht mehr durchgehend zuverlässig und die Fader machten sich durch Kratzen und Wertesprünge bemerkbar.
Ähnlichkeiten mit dem ARP Odyssey
Schon auf den ersten Blick erinnert der Octave CAT deutlich an den ARP Odyssey. Das ist nicht ganz zufällig: CAT-Entwickler Carmine Bonanno bezeichnete später den Minimoog und den ARP Odyssey ausdrücklich als Referenzen bei der Entwicklung des Bedienkonzepts. Entsprechend finden sich beim CAT sowohl Drehregler als auch die für ARP sehr charakteristischen Schieberegler.
Interessant wird es beim Blick ins Innere. Besonders die kleinere der beiden Platinen erinnert mit ihrem Leiterplattenmaterial, der Ausführung und sogar dem roten Sicherungs- beziehungsweise Kontrolllack stark an ARP-Geräte dieser Zeit.

Ob Octave und ARP möglicherweise auf denselben Leiterplattenhersteller oder Zulieferer zurückgriffen, lässt sich aus diesen Ähnlichkeiten allerdings nicht ableiten. Einen belastbaren Nachweis für eine gemeinsame Fertigung gibt es meines Wissens nicht. Die optische Ähnlichkeit ist dennoch bemerkenswert.
Oxidierte Tastaturkontakte
Ein typischer Befund zeigte sich an der Tastatur. Die Busbars und Kontaktflächen waren sichtbar oxidiert. Solche Ablagerungen können bei alten Synthesizern zu Kontaktproblemen und unzuverlässigem Ansprechen einzelner Tasten führen.

Busbars und Kontakte wurden deshalb vorsichtig gereinigt und poliert. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Material abzutragen, sondern Oxidation und Verschmutzungen kontrolliert zu entfernen und die vorhandenen Kontaktflächen zu erhalten.
Fader vollständig zerlegt und gereinigt
Auch die Fader hatten eine gründliche Überarbeitung nötig. Beim Bedienen zeigten sich Kratzen und Sprünge. Eine oberflächliche Behandlung reicht bei solchen alten Schiebereglern häufig nicht aus.
Die Fader wurden daher vollständig ausgelötet, zerlegt und von innen sorgfältig gereinigt. Anschließend wurden die entsprechenden mechanischen Komponenten geschmiert, die Fader wieder zusammengesetzt und eingelötet.

Auch die übrigen Potentiometer und Schalter wurden im Zuge der Überholung sorgfältig gereinigt. Defekte Bauteile mussten in diesem Bereich erfreulicherweise nicht ersetzt werden.
Kleine Werkstatt-Info: Rastkugel im Fader
Ein kleines Detail kann beim Zerlegen rastender Fader schnell für Ärger sorgen: Im Mechanismus befindet sich eine winzige Stahlkugel, die beispielsweise für eine fühlbare Mittelstellung oder andere Rastpositionen sorgt.

Sollte eine solche Kugel bei einer Reparatur einmal verloren gehen, ist das Maß hilfreich: Die hier verbaute Rastkugel hat einen Durchmesser von etwa 2,37 mm.
Vorhandene CV/Gate-Modifikation
Der CAT war bereits mit einer nachträglich eingebauten CV/Gate-Modifikation ausgestattet. Von wem diese Erweiterung stammt und nach welcher Schaltung sie aufgebaut wurde, ist nicht bekannt.

Die hierfür benötigten Signale beziehungsweise Spannungen wurden direkt an der Hauptplatine abgegriffen.

Da die Modifikation bereits zum Gerät gehörte und der CAT möglichst originalnah erhalten werden sollte, wurde die vorhandene Erweiterung nicht unnötig verändert.
Weitere Modifikationen im Gerät
Im Gerät finden sich noch weitere Änderungen an der ursprünglichen Schaltung. Einige davon wirken in ihrer Ausführung durchaus professionell und könnten aus dem Werk oder aus einer späteren offiziellen Überarbeitung stammen.

Solche Änderungen sind beim CAT grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Octave Electronics bot seinerzeit verschiedene offizielle Factory-Modifikationen an, die laut damaliger Dokumentation im Werk durchgeführt werden sollten. Damit ist allerdings nicht bewiesen, dass die hier vorgefundenen Änderungen tatsächlich von Octave stammen.
Eine weitere kleine Zusatzschaltung befindet sich ebenfalls im Gerät. Welche Funktion sie erfüllt und wann beziehungsweise von wem sie eingebaut wurde, ließ sich nicht eindeutig feststellen.

Auch hier gilt deshalb: dokumentieren, erhalten und keine Herkunft behaupten, die sich nicht belegen lässt.
Überarbeitung des Netzteils
Im Rahmen der allgemeinen Revision wurde auch das Netzteil des Octave CAT überarbeitet. Die alten Elektrolytkondensatoren wurden erneuert und die Wärmeleitpaste an den entsprechenden thermisch angebundenen Bauteilen ersetzt.

Weitere defekte Bauteile mussten bei diesem CAT erfreulicherweise nicht ersetzt werden. Damit ließ sich der Wunsch des Besitzers, das Instrument technisch zuverlässig, aber möglichst original zu erhalten, sehr gut umsetzen.
Abgleich und abschließender Funktionstest
Nach Abschluss der mechanischen und elektrischen Arbeiten wurde der Octave CAT abgeglichen und anschließend ausführlich auf seine Funktionen geprüft.
Die Tastatur arbeitete nach der Reinigung der Kontakte wieder zuverlässig, die überarbeiteten Fader ließen sich wieder sauber bedienen und die Bedienelemente funktionierten ohne die zuvor vorhandenen Kontaktprobleme.
Gerade bei einem Vintage-Synthesizer wie diesem besteht eine gute Revision für mich nicht darin, vorsorglich möglichst viele Originalteile auszutauschen. In diesem Fall konnten Tastatur, Fader, Potentiometer und Schalter aufgearbeitet und erhalten werden. Zusammen mit der Überarbeitung des Netzteils und dem abschließenden Abgleich wurde der CAT damit technisch aufgefrischt, ohne seinen ursprünglichen Charakter unnötig zu verändern.
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