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LinnDrum Reparatur: Snare / Sidestick ohne Funktion und Bootprobleme
Diese LinnDrum kam mit zwei typischen Problemen in die Werkstatt: Die Snare Drum beziehungsweise der Sidestick funktionierte nicht mehr, außerdem gab es Bootprobleme beim Einschalten.
Zusätzlich war das Gerät so modifiziert worden, dass sich die Sound-EPROMs leichter tauschen lassen. Bei dieser Modifikation kann es passieren, dass ein EPROM versehentlich falsch herum eingesetzt wird. In diesem Fall spielen einzelne Instrumente dann oft nur noch einen kurzen Trigger-Klick statt des eigentlichen Sounds.
Snare Drum / Sidestick ohne Funktion
Die Fehlersuche begann bei der nicht funktionierenden Snare Drum beziehungsweise dem Sidestick. Da die LinnDrum in diesem Gerät für den einfachen Tausch der Sound-EPROMs modifiziert wurde, lag zunächst auch ein Fehler in diesem Bereich nahe.
Tatsächlich führte die weitere Fehlersuche aber zu einem defekten AM6070 Digital-to-Analog Converter. Nach der Beschaffung eines passenden Ersatzteils und dem Austausch des Bausteins funktionierten die betroffenen Instrumente wieder.

EPROM-Modifikation und mögliche Fehlerquelle
Die vorhandene EPROM-Modifikation erleichtert den Wechsel der Sound-ROMs. Das ist praktisch, bringt aber auch ein gewisses Risiko mit sich: Wird ein EPROM falsch herum eingesetzt, kann das jeweilige Instrument nur noch als kurzer Trigger-Klick hörbar sein.
In diesem Fall war das jedoch nicht die eigentliche Ursache des Snare-/Sidestick-Problems. Der Hinweis bleibt trotzdem wichtig, da diese Art von Modifikation bei der Fehlersuche berücksichtigt werden muss.
Ausgelaufene Kondensatoren in den Einzelausgängen
Bei der weiteren Durchsicht fanden sich ausgelaufene Kondensatoren im Bereich der Individual Audio Outputs. Diese Kondensatoren mussten ersetzt werden.
Als Ersatz kamen Nichicon Audio Grade Kondensatoren zum Einsatz.
Auffällige Audio-Buchse
Außerdem fiel eine Audio-Buchse auf. Statt sie durch ein neues Bauteil zu ersetzen, wurde sie mit der Click-Buchse getauscht. Der Click-Ausgang wird normalerweise deutlich weniger genutzt als die Stereo-Ausgänge.
Beide Buchsen funktionierten weiterhin, die stärker belastete Position bekam dadurch aber die weniger verschlissene Buchse.

Schwache Lötstellen und Molex-Steckverbinder
Im Gerät fanden sich mehrere schwache beziehungsweise fragwürdige Lötstellen. Diese wurden nachgelötet.
Auch die Molex-Steckverbinder wurden gereinigt und nachgelötet, da Spuren eines früheren Batterieschadens sichtbar waren.

Slider professionell gereinigt
Die Slider-Potentiometer klangen und wirkten stark verschmutzt und kratzig. Deshalb wurde eine professionelle Reinigung empfohlen und durchgeführt.
Die Fader wurden geöffnet, gereinigt, neu gefettet und wieder zusammengebaut. Es wurde kein Kontaktspray verwendet.


Reset-Modifikation gegen Bootprobleme
Zusätzlich zeigte die LinnDrum Bootprobleme. Die ursprüngliche Reset-Schaltung ist bei diesen Geräten fehleranfällig, daher wurde eine Reset-Modifikation durchgeführt.
Ziel dieser Modifikation ist ein zuverlässigeres Startverhalten beim Einschalten.

Hinweis
Arbeiten im Inneren eines Vintage-Drumcomputers sollten nur mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden. Neben empfindlichen Bauteilen können auch gefährliche Spannungen vorhanden sein.
Fazit
Bei dieser LinnDrum lag der Ausfall von Snare Drum und Sidestick an einem defekten AM6070 Digital-to-Analog Converter. Nach dem Austausch des Bausteins waren die Instrumente wieder funktionsfähig.
Zusätzlich wurden ausgelaufene Kondensatoren in den Einzelausgängen ersetzt, eine auffällige Audio-Buchse umgesetzt, schwache Lötstellen nachgelötet, Molex-Steckverbinder gereinigt und die Slider-Potentiometer professionell überholt. Die Bootprobleme wurden mit einer Reset-Modifikation adressiert.
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