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Roland CR-78 Reparatur: Gerät startet, aber kein Ton
Diese Roland CR-78 ließ sich zwar problemlos einschalten, erzeugte jedoch keinerlei Audioausgabe. Anzeigen und Grundfunktionen wirkten zunächst unauffällig, am Ausgang blieb der Drumcomputer jedoch vollständig stumm.
Die anschließende Fehlersuche führte zu einem Problem, das bei vielen Vintage-Geräten dieser Epoche anzutreffen ist: gealterte und ausgelaufene Elektrolytkondensatoren.
Der erste Verdacht
Als erfahrener Techniker entwickelt man mit der Zeit ein Gespür für bestimmte Fehlerbilder. Bei vielen Roland-Geräten dieser Generation gibt es einen Hinweis, den man nicht messen muss – man kann ihn riechen.
Auslaufende Matsushita-Elektrolytkondensatoren besitzen einen sehr charakteristischen Geruch, der besonders beim Erwärmen während der Lötarbeiten auffällt. Ein Blick durch die Lupe bestätigte den Verdacht schnell.
Ausgelaufenes Elektrolyt verursacht Korrosion
Nach dem Ausbau bestätigte sich der Zustand des Kondensators deutlich. Das Elektrolyt war bereits ausgetreten und hatte die Anschlussdrähte angegriffen. Solche Schäden bleiben oft lange unbemerkt, können aber Leiterbahnen, Lötstellen und benachbarte Bauteile nachhaltig beschädigen.
In diesem Fall war der Austritt bereits weit fortgeschritten. Damit war klar, dass nicht nur der betroffene Kondensator ersetzt werden musste. Wer mehrere Vintage-Instrumente besitzt, sollte bedenken, dass diese Matsushita-Elkos auch in vielen anderen Synthesizern, Drumcomputern und Effektgeräten verbaut wurden. Eine Liste häufig betroffener Geräte findest Du hier: Auslaufende Elektrolytkondensatoren in Vintage-Synthesizern.
Kompletter Austausch aller Elektrolytkondensatoren
Aufgrund des Zustands der vorhandenen Bauteile wurde die Roland CR-78 vollständig neu mit Elektrolytkondensatoren bestückt. Dadurch werden nicht nur bestehende Fehler beseitigt, sondern auch zukünftige Ausfälle und Folgeschäden vermieden.
Gerade bei Geräten, die inzwischen mehr als vier Jahrzehnte alt sind, zählt dies zu den sinnvollsten vorbeugenden Wartungsmaßnahmen.
Die originale Speicherbatterie
Neben den Elektrolytkondensatoren fiel auch die originale Speicherbatterie auf. Bei vielen Vintage-Geräten wurden damals wiederaufladbare Akkus verwendet, die permanent durch die Schaltung nachgeladen werden.
Diese Akkus altern ebenfalls und können erhebliche Schäden verursachen, sobald Elektrolyt austritt. Deshalb wurde der originale Akku entfernt.
Moderne Batteriesicherung
Anstelle des ursprünglichen Akkus wurde eine moderne Lithium-Batterie installiert. Gleichzeitig erfolgte eine Schaltungsänderung, damit die neue Batterie nicht durch die ursprüngliche Ladeschaltung belastet oder geladen wird.
Dadurch bleiben die Speicherfunktionen erhalten, während das Risiko zukünftiger Batterieschäden deutlich reduziert wird.
MIDI-Nachrüstung
Nach erfolgreicher Reparatur erhielt die Roland CR-78 zusätzlich eine MIDI-Nachrüstung. Dadurch lässt sich der Drumcomputer problemlos mit modernen Sequencern, DAWs und anderen MIDI-Geräten synchronisieren.
Der charakteristische Klang der CR-78 bleibt vollständig erhalten, während sich die Integration in aktuelle Studioumgebungen deutlich vereinfacht.
Fazit
Die Ursache für den Tonausfall lag in gealterten und teilweise ausgelaufenen Elektrolytkondensatoren. Nach dem vollständigen Austausch aller Elkos, dem Ersatz des alten Speicherakkus inklusive Schaltungsanpassung und der abschließenden Funktionsprüfung arbeitet die Roland CR-78 wieder zuverlässig.
Mit der zusätzlichen MIDI-Nachrüstung verbindet dieser Klassiker nun seinen unverwechselbaren analogen Charakter mit den Anforderungen moderner Studiotechnik.
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