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Roland Promars Reparatur
Werkstattbericht
Roland Promars Reparatur: Batterieschaden, Leiterbahnen und defekter Oszillator
Bei dieser Roland Promars Reparatur zeigte sich ein typisches Problem vieler älterer Synthesizer: Eine ausgelaufene Batterie hatte bereits Korrosionsschäden im Gerät verursacht. Betroffen waren nicht nur das Gehäuse, sondern auch Platinen, Leiterbahnen, Steckverbindungen und einzelne Bauteile. Zusätzlich arbeitete einer der Oszillatoren nicht korrekt, ein Kippschalter war defekt und auch die Fader benötigten eine gründliche Überarbeitung.
Ausgelaufene Batterie im Roland Promars
Bereits beim Öffnen des Roland Promars war die ausgelaufene Batterie deutlich zu erkennen. Solche Batterieschäden sollte man bei Vintage-Synthesizern nicht unterschätzen. Das austretende Elektrolyt kann sich über längere Zeit im Gerät ausbreiten und dabei Metallteile, Leiterbahnen, Bauteilanschlüsse und Steckverbinder angreifen.

Nach dem Ausbau der Batterie waren bereits deutliche Korrosionsspuren am Gehäuse sichtbar. Der Schaden war zu diesem Zeitpunkt noch vergleichsweise überschaubar. Ich habe bei anderen Geräten schon erheblich stärkere Batterieschäden gesehen. In diesem Fall wurde der Promars noch rechtzeitig instand gesetzt.


Korrosion am Gehäuse vollständig beseitigt
Die betroffenen Bereiche des Gehäuses wurden gründlich von den Korrosionsrückständen befreit und aufgearbeitet. Gerade bei Batterieschäden ist es wichtig, nicht nur lose Ablagerungen zu entfernen. Verbleibende Rückstände können den Korrosionsprozess später weiter fortsetzen.

Batterieschaden auf den Platinen
Die Korrosion war jedoch nicht auf das Gehäuse beschränkt. Auch verschiedene Platinenbereiche waren bereits betroffen. Auf der Unterseite der Netzteilplatine hatte das Elektrolyt den Lötstopplack angegriffen.
In diesem Bereich waren die eigentlichen Leiterbahnen glücklicherweise noch intakt. Solche oberflächlichen Schäden lassen sich vergleichsweise einfach beseitigen, sofern sie rechtzeitig erkannt werden.

Sichtbare Korrosion ist häufig nur ein Teil des Problems. Besonders unter Bauteilen, Steckverbindern und Lötstopplack können sich bereits weitere Schäden befinden.
Beschädigte Leiterbahnen auf der Hauptplatine
Auf der Hauptplatine war die Korrosion bereits weiter fortgeschritten. Hier waren nicht mehr nur oberflächliche Bereiche betroffen, sondern auch Leiterbahnen selbst angegriffen.
Die beschädigten Verbindungen wurden kontrolliert und wiederhergestellt. Dafür kamen unter anderem feiner Kynar-Draht und anschließend neue Lötstopmaske zum Einsatz. Auf diese Weise lassen sich beschädigte Leiterbahnabschnitte elektrisch zuverlässig ersetzen und die reparierten Bereiche anschließend wieder schützen.

Korrodierter Batteriestecker ersetzt
Auch der Steckverbinder der Batterie war bereits deutlich angegriffen. Bei solchen Steckkontakten reicht eine oberflächliche Reinigung nicht immer aus. Korrodierte Kontaktflächen können später zu Übergangswiderständen und unzuverlässigen Verbindungen führen.
Der beschädigte Batteriestecker wurde deshalb vollständig ersetzt.

74LS175N durch Korrosion beschädigt
Ein weiterer Korrosionsschaden betraf einen 74LS175N auf der Hauptplatine. Besonders kritisch waren hier die Anschlussbeinchen des ICs. Diese waren bereits so weit angegriffen, dass eine reine Reinigung keine dauerhaft zuverlässige Lösung mehr gewesen wäre.
Selbst wenn sich die sichtbare Korrosion entfernen lässt, bleibt bei stark geschädigten IC-Pins häufig nur noch sehr wenig mechanisch belastbares Material übrig. Die Beinchen können dann früher oder später brechen.
Da Bausteine aus der 74er-Logikfamilie auch heute noch problemlos und günstig erhältlich sind, wurde der 74LS175N ersetzt, anstatt ein bereits vorgeschädigtes Bauteil im Gerät zu belassen.

Defekter Oszillator durch 4016-IC
Neben dem Batterieschaden gab es einen weiteren elektronischen Fehler: Einer der Oszillatoren arbeitete nicht korrekt. Die Fehlersuche führte zu einem defekten 4016-IC.
Der 4016 ist ein CMOS-Baustein mit elektronischen Schaltern und übernimmt innerhalb der Schaltung entsprechende Signalumschaltungen. Nach dem Austausch des defekten ICs arbeitete der betroffene Oszillator wieder ordnungsgemäß.

Defekten Kippschalter ersetzen
Zusätzlich war einer der Kippschalter des Roland Promars defekt und musste ersetzt werden. Bei Bedienelementen dieser Bauart können im Laufe der Jahrzehnte sowohl die Kontakte als auch die Mechanik verschleißen.

Fader zerlegen, reinigen und schmieren
Auch die Fader wurden im Rahmen der Arbeiten überprüft und überarbeitet. Wie bei vielen anderen Vintage-Synthesizern ist es bei geeigneten Fadertypen sinnvoll, diese vollständig zu zerlegen, anstatt lediglich von außen Kontaktreiniger einzusprühen.
Erst im geöffneten Zustand lassen sich Kontaktbahn und Schleifer gründlich kontrollieren und gezielt reinigen. Anschließend werden die dafür vorgesehenen mechanischen Bereiche wieder geeignet geschmiert.

Roland Promars wieder vollständig instandgesetzt
Bei dieser Roland Promars Reparatur war der ausgelaufene Akku bereits dabei, an mehreren Stellen bleibende Schäden zu verursachen. Neben Korrosion am Gehäuse waren auch Platinen, Leiterbahnen, ein Steckverbinder und ein Logikbaustein betroffen.
Die Korrosionsschäden wurden vollständig beseitigt, beschädigte Leiterbahnen wiederhergestellt und gefährdete beziehungsweise defekte Bauteile ersetzt. Zusätzlich wurde der Fehler des Oszillators durch den Austausch des defekten 4016 behoben, ein defekter Kippschalter ersetzt und die Fader gründlich aufgearbeitet.
Gerade bei älteren Synthesizern mit Batterie oder Akku lohnt sich eine frühzeitige Kontrolle. Wird ein beginnender Batterieschaden rechtzeitig entdeckt, lässt sich häufig verhindern, dass daraus eine deutlich aufwendigere Reparatur mit großflächig zerstörten Leiterbahnen und schwer beschaffbaren Bauteilen entsteht.
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