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25. September 2026Solina String Ensemble Reparatur – ein Klassiker auf der Werkbank
Solina String Ensemble Reparatur – ein Klassiker auf der Werkbank
Werkstattbericht
Solina String Ensemble Reparatur – ein Klassiker auf der Werkbank
Dieses Solina String Ensemble kam von einem Stammkunden in meine Werkstatt.
Er hatte das Instrument gerade gebraucht erworben und überließ es mir
gewissermaßen zum technischen „TÜV“: Das Innenleben sollte kontrolliert,
altersbedingt auffällige Bauteile überprüft und das Instrument technisch
durchgesehen werden.
Solina String Ensemble auf der Werkbank
Bei einem Instrument dieses Alters lohnt sich ein genauer Blick ins Innere,
auch wenn es zunächst grundsätzlich funktioniert. Viele Bauteile haben
inzwischen mehrere Jahrzehnte Betrieb hinter sich und nicht jeder
altersbedingte Defekt kündigt sich von außen an.

Neben der allgemeinen technischen Kontrolle sollte geprüft werden,
ob sich die ursprünglich für 110/115 V ausgelegte Netzversorgung
sinnvoll an die heutige Netzspannung anpassen lässt.
Ein Blick ins Innere der Solina
Im Inneren zeigt sich sehr schön, aus welcher Zeit dieses Instrument stammt.
Zwar besteht die Elektronik bereits aus zahlreichen einzelnen Platinen,
die Verdrahtung dazwischen erinnert stellenweise aber fast noch an
Point-to-Point-Aufbau.

Wer ein solches Gerät zerlegt, sollte deshalb vorher ausreichend Fotos
machen. Bei der Vielzahl frei geführter Leitungen und Verbindungen ist man
sonst beim späteren Zusammenbau schnell auf sich allein gestellt.
Der erste auffällige Kondensator
Bei der Sichtprüfung fiel recht schnell ein ausgelaufener
Elektrolytkondensator auf. Interessanterweise war dies nahezu der einzige
Kondensator im Gerät, der seinen schlechten Zustand äußerlich so deutlich
zeigte.

Umgekehrt bedeutet ein äußerlich unauffälliger Kondensator natürlich nicht
automatisch, dass seine elektrischen Eigenschaften nach mehreren
Jahrzehnten noch einwandfrei sind. Deshalb wurden die betreffenden
Bauteile nicht nur optisch beurteilt.
Frako, Philips und die Frage nach dem Recap
Unter den verbauten Elektrolytkondensatoren befanden sich auch ältere
Frako-Typen. Solche Kondensatoren können im Alter unter anderem durch
erhöhten Leckstrom und im ungünstigen Fall durch Kurzschlüsse auffallen.
Die entsprechenden Kandidaten wurden deshalb ersetzt.

Einen pauschalen Austausch sämtlicher alter Kondensatoren gab es jedoch
nicht. Viele der vorhandenen Philips-Elkos liegen auch direkt in
Signalwegen. Diese wurden gemessen und konnten bei unauffälligen Werten
im Instrument verbleiben.
Gerade bei Vintage-Geräten halte ich es für sinnvoller, den tatsächlichen
Zustand und die jeweilige Funktion eines Bauteils zu berücksichtigen,
statt grundsätzlich jedes alte Bauteil auszutauschen.
Neue axiale Elektrolytkondensatoren
Für die zu ersetzenden Kondensatoren kamen wieder hochwertige axiale
Elektrolytkondensatoren zum Einsatz. Damit lässt sich auch die ursprüngliche
mechanische Einbausituation weitgehend beibehalten.

Gute axiale Elektrolytkondensatoren werden allerdings zunehmend schwieriger
zu beschaffen. Besonders in Europa ist die Auswahl kleiner geworden und
hochwertige Typen sind teilweise erstaunlich teuer. Auch das ist inzwischen
ein Teil des Werkstattalltags bei der Reparatur alter Synthesizer.
Nicht nur Kondensatoren altern
Auch die Spannungsversorgung verdient bei einem Instrument dieses Alters
besondere Aufmerksamkeit. Dort arbeiten einige Leistungswiderstände, die
im Betrieb ordentlich Wärme produzieren.

Bei einzelnen Widerständen waren die Spuren der jahrzehntelangen
thermischen Belastung bereits deutlich zu erkennen. Teilweise lösten sich
sogar Beschichtung und Farbringe auf. Solche Bauteile gehören bei einer
technischen Durchsicht deshalb ebenso auf die Prüfliste wie die wesentlich
häufiger diskutierten Elektrolytkondensatoren.
Anpassung der Netzversorgung
Ein weiterer Punkt war die ursprünglich auf 110/115 V ausgelegte
Netzversorgung. Erfreulicherweise besitzt der vorhandene Netztransformator
bereits einen eigenen 240-V-Abgriff. Ein Austausch des Transformators war
daher nicht erforderlich.

Die Netzverdrahtung wurde entsprechend angepasst und ein neuer
Sicherungshalter für die Primärsicherung eingebaut. Gleichzeitig wurde
der alte Entstörkondensator im RC-Glied der Netzseite durch einen neuen
100-nF-X2-Sicherheitskondensator für 305 VAC ersetzt.
Der vorhandene Netztransformator konnte dabei weiterverwendet und auf seinen vorgesehenen 240-V-Abgriff umgestellt werden.
Funktionstest und Abschluss
Nach den Arbeiten wurden die überarbeiteten Bereiche nochmals kontrolliert
und das Instrument einem abschließenden Funktionstest unterzogen.
Die Solina konnte anschließend wieder zurück zu ihrem neuen Besitzer –
technisch durchgesehen und mit einigen altersbedingt problematischen
Bauteilen weniger.
Fazit
Diese Solina zeigt sehr schön, warum sich bei einem neu erworbenen
Vintage-Instrument ein Blick unter die Haube lohnt. Ein ausgelaufener
Kondensator war schnell entdeckt, andere altersbedingte Auffälligkeiten
zeigten sich dagegen erst bei der genaueren Kontrolle.
Gleichzeitig muss bei einem alten Synthesizer nicht automatisch jedes
Bauteil erneuert werden. Einige problematische Kondensatoren mussten gehen,
während zahlreiche geprüfte Originalbauteile weiterhin im Instrument
verbleiben konnten.
Und ganz nebenbei ist eine Solina auch nach vielen Jahrzehnten noch ein
schönes Beispiel dafür, wie viel Elektronik, Verdrahtung und klassische
Konstruktion hinter einem scheinbar einfachen String Ensemble steckt.
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