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Akai S612 & MD280 Quickdisk Reparatur – zwei Klassiker auf der Werkbank
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Werkstattbericht
Akai S612 & MD280 Quickdisk Reparatur – zwei Klassiker auf der Werkbank
Gleich zwei Akai S612 Sampler mit den zugehörigen MD280
Quickdisk-Laufwerken standen hier auf der Werkbank.
Bei beiden MD280 funktionierte der Disk-Einzug nicht mehr.
Neben verschlissenen Antriebsriemen gab es an den Samplern
weitere altersbedingte Baustellen – und einige interessante
technische Details zu entdecken.
Zwei Akai S612 und zwei MD280 auf der Werkbank
Der Akai S612 stammt aus der Mitte der 1980er-Jahre und gehört
zu den frühen erschwinglichen digitalen Samplern. Zum Speichern
und Laden der Samples konnte das separate MD280 Quickdisk-Laufwerk
verwendet werden.

zugehörigen MD280 Quickdisk-Laufwerken.
Bei beiden MD280 bestand das gleiche Problem: Eine eingelegte
Quickdisk wurde nicht mehr richtig eingezogen. Damit war natürlich
auch das Laden und Speichern von Samples nicht mehr möglich.
MD280 Quickdisk – verschlissene Antriebsriemen
Die Ursache für den ausgefallenen Disk-Einzug lag bei beiden
Laufwerken in der Mechanik. Die alten Antriebsriemen waren
im Laufe der Jahre deutlich gelängt und konnten die Mechanik
nicht mehr zuverlässig antreiben.
Passende Riemen für diese Quickdisk-Laufwerke sind heute
nicht unbedingt leicht zu bekommen. Im direkten Vergleich
zwischen altem und neuem Riemen lässt sich die Alterung
sehr gut erkennen.

gelängt.
Nach dem Austausch der Riemen funktionierte der Einzug wieder
und die Quickdisks konnten wieder geladen werden.
Schlechte Lötstellen im Akai S612
Bei der weiteren Überprüfung der Sampler zeigten sich außerdem
schlechte beziehungsweise gealterte Lötstellen. Solche Fehler
sind bei älteren Geräten keine Seltenheit und können zu
sporadischen oder vollständigen Ausfällen führen.

Die betroffenen Verbindungen wurden nachgelötet und anschließend
kontrolliert.
Reinigung von Potentiometern, Fadern und Tastern
Auch die Bedienelemente hatten nach vielen Jahren entsprechende
Gebrauchsspuren. Potentiometer und Schieberegler waren verschmutzt
und arbeiteten teilweise nicht mehr zuverlässig.
Die betroffenen Bedienelemente wurden für eine gründliche
Reinigung teilweise ausgelötet, geöffnet und gereinigt.
Unzuverlässige Taster wurden erneuert.
Bei einem der Geräte wurden außerdem die LEDs samt der
erforderlichen Vorwiderstände gegen blaue LEDs ausgetauscht.
Normalerweise bin ich bei blauen LEDs in Vintage-Geräten eher
zurückhaltend – beim S612 passt die Optik allerdings erstaunlich gut.
OS-Upgrade mit zusätzlicher Hardware
Einer der beiden S612 hatte außerdem ein erweitertes
Betriebssystem eingebaut. Interessant ist dabei, dass es sich
offensichtlich nicht nur um einen einfachen Austausch des
EPROMs handelt.

Für das Upgrade wurden zusätzliche Bauteile beziehungsweise
eine zusätzliche Beschaltung ergänzt. Ein schönes Beispiel dafür,
dass Erweiterungen bei frühen digitalen Instrumenten nicht
zwangsläufig nur aus einem neuen EPROM bestanden.
Auch im MD280-Stecker steckt Elektronik
Eine weitere Besonderheit des Systems findet sich an einer Stelle,
an der man sie zunächst kaum vermuten würde: im Verbindungskabel
zwischen S612 und MD280.

sich eine eigene Platine mit Elektronik.
Der große Anschlussstecker ist also keine einfache passive
Kabelverbindung. In seinem Gehäuse befindet sich eine Platine
mit zusätzlicher Elektronik – ein ungewöhnliches Detail dieser
Kombination aus Sampler und Quickdisk-Laufwerk.
Funktionstest
Nach dem Austausch der Antriebsriemen, der Überarbeitung der
auffälligen Lötstellen und der Reinigung beziehungsweise
Erneuerung der Bedienelemente wurden beide Systeme getestet.
Die S612 Sampler funktionierten wieder zuverlässig und auch
die MD280 Laufwerke zogen die Quickdisks wieder korrekt ein
und konnten sie laden.
Fazit
Bei den beiden Akai S612 und MD280 zeigte sich eine typische
Mischung aus mechanischer Alterung und klassischen Problemen
älterer Elektronik. Besonders die stark gelängten Antriebsriemen
der Quickdisk-Laufwerke waren für den offensichtlichen Fehler
verantwortlich.
Gleichzeitig machen Details wie das erweiterte Betriebssystem
mit zusätzlicher Hardware und die Elektronik im Anschlussstecker
deutlich, wie ungewöhnlich das S612/MD280-System konstruiert ist.
Zwei interessante Klassiker aus der frühen Zeit des digitalen
Samplings – und definitiv etwas anderes auf der Werkbank.
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